RUMBULLION, KILL DEVIL UND CO.

Rumbullion und Kill Devil


Die Herkunft des Wortes „Rum“ ist umstritten. Einer Theorie nach stammt es vom englischen Wort rumbullion, einem Slangausdruck für Unruhe oder Aufruhr, oder ist auf „rumbustious behavior“ (engl. für ungezügeltes Verhalten) zurückzuführen. Diese Theorien beziehen sich auf die mögliche Folge übermäßigen Konsums. Das Getränk wurde damals auch als Kill Devil bezeichnet, weil es hauptsächlich medizinisch genutzt wurde. Beide Namen wurden bereits 1650 von einem anonymen Verfasser in einem Schriftstück über die Insel Barbados erwähnt: „Hauptsächlich füllen sie die Leute auf dieser Insel mit Rumbullion alias Kill Devil ab, der ist aus destilliertem Zuckerrohr gemacht – ein sehr höllisches und schreckliches alkoholisches Getränk.“Nelson’s Blood
Eine kuriose Rumgeschichte rankt sich um den Nationalhelden Admiral Horatio Nelson, welcher bei der Schlacht um Trafalgar 1805 von einem Scharfschützen getötet wurde. Damit Nelson mit allen militärischen Ehren auf britischem Boden bestattet werden konnte, wurde er in einem Fass Alkohol konserviert – angeblich sogar auf Nelsons ausdrücklichen vorherigen Wunsch. Die Matrosen bekamen davon Wind, bohrten kleine Löcher in das Fass, und der Admiral lag bei Ankunft im Heimatland beinahe auf dem Trockenen. Heute weiß man auf Grund von Nachforschungen, dass Admiral Horatio Nelson in einem Brandyfass, nicht in einem Rumfass, gelagert wurde. Trotzdem erhielt das Hochprozentige daduch einen neuen Namen: „Nelson’s Blood“.

(Navy) Neaters


war die unverdünnte Ration Rum, die die britische Navy an Offiziere auf hoher See ausgegeben hat. Im Gegensatz dazu erhielten Matrosen „Grog“, eine Mischung aus Rum, Limettensaft und Wasser. Ein „tot“ (engl. für „Schlückchen“) ist die Bezeichnung für die Menge des Rums. Kommt dir das Wort bekannt vor? Vielleicht hast du es bereits im Beitrag zu Rum in the Navy und dem Black Tot Day gelesen, dem Tag, an dem die Tradition der täglichen Rumnation der britischen Navy beendet wurde.

Weitere Bezeichnungen, wie etwa “pirates drink“ oder „Barbados water“, sind relativ einfach zu deuten: Piraten liebten angeblich Rum („yo-ho and a bottle of rum!“) und Barbados war von Anfang an eine der wichtigsten Inseln für die Herstellung von Rum und wird sogar als „Wiege des Rums“ bezeichnet.